Neues GEZ-Modell: Rundfunkbeitrag soll automatisch steigen – warum das gut ist

Johann Philipp 2

Neuer Plan für den Rundfunkbeitrag: Die Bundesländer beraten derzeit über eine Erhöhung der monatlichen Abgabe für die öffentlich-rechtlichen Sender. Woran er sich in Zukunft orientieren soll und wie viel mehr wir zahlen müssen.

Neues GEZ-Modell: Rundfunkbeitrag soll automatisch steigen – warum das gut ist
Bildquelle: Getty Images / ollo.

„GEZ“-Reform: Rundfunkbeitrag soll alle zwei Jahre steigen

Die Höhe des Rundfunkbeitrags, vielen noch bekannt unter dem alten Namen „GEZ-Gebühr“, könnte sich künftig an der Inflationsrate orientieren und damit alle zwei Jahre steigen. Diesen Plan wollen sechs Bundesländer auf der Konferenz der Ministerpräsidenten nächste Woche vorschlagen, wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet.

Mit der Reform soll die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender nicht mehr wie bisher alle vier Jahre durch eine unabhängige Kommission festgelegt werden, sondern automatisch steigen. Aktuell ist der Beitrag bis 2020 auf 17,50 Euro im Monat festgesetzt. Bis dahin wird es keine Änderung geben. Erst ab dem 1. Januar 2021 wird die nächste Erhöhung des Rundfunkbeitrags erwartet. Dann könnte das neue Modell eingesetzt werden.

Wie viel müssen wir zahlen? Die Erhöhung soll geringer ausfallen als beim bisherigen System: Wie die FAZ berichtet, soll der Beitrag um 50 Cent steigen. Somit wären ab 2021 dann 18 Euro pro Haushalt fällig. Die Reform beinhaltet aber auch Bedingungen an die Sender.

Wofür wir eigentlich Rundfunkgebühren zahlen, lest ihr in unserer Bilderstrecke.

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Wofür zahlt man Rundfunkgebühren (ehem. „GEZ“) ?

Rundfunkbeitrag: Sender sollen sich um Information, Bildung und Kultur kümmern

„Wir müssen neu denken“, sagte Daniel Günther (CDU), der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, der die Initiative zur Reform startete. Neben seinem Bundesland sehen auch Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Sachsen und Thüringen den Vorschlag positiv.

Es soll sich aber auch im Programm etwas ändern. Die Länder wollen den Sendeauftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio konkreter fassen: Mehr Information, Bildung und Kultur. Um diese Kernaufgaben sollen sich die Sender künftig ihren Fokus richten.

Was die GIGA-Redaktion von der „GEZ“ hält, erfahrt ihr im Video:

Das denken wir über den Rundfunkbeitrag.

Kritik zum neuen Modell kommt dagegen von der KEF: Die „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten“ macht den Länderchefs alle vier Jahre einen Vorschlag zur neuen Höhe des Rundfunkbeitrags. Den Vorschlag müssen die jeweiligen Landtage freigeben. Mit dem neuen Modell fällt die Rolle der KEF dann weg und die Landtage müssen der Erhöhung auch nicht mehr zustimmen.

Nach den Berichten der Neuen Osnabrücker Zeitung breite sich unter den Ministerpräsidenten eine Zustimmung für die Initiative aus. Ob es aber wirklich durchgesetzt wird, steht noch nicht fest.

Quellen: FAZ, Neue Osnabrücker Zeitung

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